Mit 36 kg Gepäck nach Taizé
15.08.2021
Eine Reise in drei Epochen (also eigentlich würdig einer Herr der Ringe Länge, das würde sich dann aber niemand durchlesen und es kommen auch keine Riesenadler vor)
Vorgeschichte
Wer wünscht es sich nicht, während der GDL-Streiks mit einer 12 köpfigen Gruppe aus der Schweiz zurück nach Hause zu fahren? Naja, es war halt nicht anders möglich und wir kamen am 11. auch tatsächlich pünktlich an. Nach einer etwas kurzen Nacht, da ich am Vormittag noch einige Dinge erledigen wollte, nutze ich meinen letzten ganzen Tag zuhause mit meiner Familie. Nach ein paar Spielen Doppkopf, Ofenkartoffeln und Mission Impossible: Fallout, beschloss ich dann also, doch mal meinen Rucksack zu packen, irgendwann muss das ja mal sein. 10 Hemden, einige Jacken und viel Unterwäsche später, wog mein Reisegepäck stramme 27 Kilogramm. Dazu kamen aber noch meine Klarinette (ich hoffe, dass ich sie auch nutzen werde) und meine Laptoptasche mit insgesamt 9 kg dazu. Bereit zur Abfahrt, bereit für ein ganzes (nicht halbes) Jahr!
Etappe 1: Karlsruhe
Um mich noch einmal so richtig von meinen engsten Freudn:innen verabschieden zu können, lud ich genau diese zu einem netten Brunch mit anschließender Spielerunde ein. Davor mussten meine Mutter und ich aber noch schnell nach Mosbach, um Brötchen und eine Armbanduhr für mich zu kaufen, da das Uhrengeschäft am Tag zuvor leider schon geschlossen hatte. Nach diesem etwas hektischen Start in den Tag, konnte ich aber den Tag mit den anwesenden fünf Gästen gut angehen.
Doch dann musste ich wirklich Abschied nehmen. Leider. Also alles Gepäck aufladen und zum Bahnhof fahren (auch wenn man den Weg nicht kennt und es nicht schafft den anderen zu folgen). Dort ein letztes Mal alle umarmen, ein Abschiedsbild machen und in den Zug steigen.
Nach drei Umstiegen (blöder Schienenersatzverkehr...) war ich dann schließlich gegen 18 Uhr bei meinen Großeltern, denn auch die wollte ich noch verabschieden. Nach einer sehr leckeren wilden Kuh (so hieß eine vegetarische Pizza!), einem Gläschen Wein und einigen Gesprächen, war es dann Zeit ins Bett zu gehen. Einmal Mails checken und: och nö, in Taizé ist inzwischen auch unter freiem Himmel Maskenpflicht. Eine Volunteer meinte auch, dass es besonders Spaß mache, die Leute bei 34°C an genau das zu erinnern (Sarkasmus). Naja, mir bleibt wohl nichts anderes übrig. Gute Nacht.
Etappe 2: Freiburg
Endlich wieder ausschlafen, das war die Tage zuvor irgendwie nicht möglich. Dann die ausgepackten Sachen wieder einpacken, noch einmal brunchen, und auf zum Zug! Und wie man die deutsche Bahn kennt, hat mein ICE natürlich 25 Minuten Verspätung! Der Schienenersatzverkehr in Offenburg (die DB muss natürlich immer in den Sommerferien bauen) wartet natürlich nicht und ich darf eine Stunde auf den nächsten Bus warten. Na toll. So habe ich immerhin Zeit diesen Artikel zu schreiben.
An dieser Stelle kann ich vielleicht auch mal erklären, warum ich nach nicht einmal 48 Stunden zuhause eine Reise antrete, die ebenfalls knapp 48 Stunden dauert. Vielleicht sagt euch die Firma Regenbogen etwas, die seit sehr vielen Jahren Busse nach Taizé organisiert, die in Karlsruhe und Freiburg starten. Daher war mein Plan bei meinen Großeltern zu übernachten und dann Samstag Mittag in den Bus einzusteigen und einige Stunden später in Taizé ausszusteigen. Doch leider hatten wegen Corona zu wenige Menschen Interesse für diese Woche nach Taizé mit Regenbogen zu fahren, weshalb sie also nur die Gäste der vorherigen Woche abholen. Also darf ich mit zwei anderen in den frühen Morgenstunden mit dem Abholbus nach Taizé fahren, der natürlich nur in Freiburg startet. Da ich trotzdem meine Großeltern besuchen wollte, ergab sich also eine drei-Tages-Reise.
Kommen wir wieder zur Reise zurück: In Offenburg angekommen stellt sich nun die Frage, welchen der vielen Reisebusse tatsächlich nach Freiburg fährt, da sehr viele da stehen und die scheinbar doch auf den ICE gewartet haben. Durch viel Rumfragen, kann ich mein Gepäck einladen, einsteigen und hoffen, dass der Bus tatsächlich nach Freiburg und nicht sonstwohin fährt. Mal schauen.
Und tatsächlich! Ich bin in Freiburg angekommen, sogar fast pünktlich. Dann die Straßenbahn finden, den nächsten Schienenersatzverkehr finden und zum Hostel laufen. Einchecken, Bett beziehen, kurz hinlegen, in einer futuristischen Dusche duschen und was essen. Dann den Laptop schnappen und ein bisschen Internet, letzte Sachen erledigen, diesen Artikel weiterschreiben und ausruhen. Als Tagesabschluss noch ins Freiburger Münster und Anna aufessen (wieder eine Pizza).
Etappe 3: Taizé
Abends um 21 Uhr ins Bett, nicht einschlafen können, wach liegen und um 3 Uhr wieder aufstehen, klingt doch nach einem Plan, den jede:r durchsetzen möchte. Nein. Es ist furchtbar.
Trotzdem musste ich dann nachts um 3 aufstehen und mich unsausgeschlafen auf den Weg zum Bahnhof machen. Dann war Ber alles einfach. Andere Mitfahrende kennenlernen, auf den Bus warten, einsteigen und sitzen. Dort konnte ich immerhin noch ein kleines bisschen schlafen.
Und dann bin ich plötzlich in Taizé! Aussteigen, Gepäck holen, schauen wie diese Woche der "Check-In" läuft und in den Sonntags-Godi. Jetzt heißt es warten, die Hitze durchstehen und auf den Empfang warten.
Nachwort
Tja, das Nachwort könnt ihr in einigen Tagen lesen, wenn ich dann über die allererste Woche (und den Check-In) berichte. Also seid gespannt!
Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, könnt ihr mir die immer schreiben, ich antworte sehr gerne. Und da ich nicht weiß, was euch so interessiert, kann ich ja auch nur über das schreiben, was ich spannend finde.