Kurzes Update #1 (drei kleine Ereignisse)
13.06.2022
Hallo da draußen!
Ja, ich weiß, dass ich immer wieder versprochen habe, mehr zu schreiben und euch ein bisschen über mein Leben hier zu informieren. Es nervt mich ja auch selbst, dass ich nichts schreibe.
Das hat einige Gründe:
- Das Leben in Taizé bietet einem zwar Freizeit, aber nicht so viel.
- Ich verbringe diese Freizeit gerne damit, mit anderen spazieren zu gehen oder mal einfach zu entspannen.
- Wenn ich dann doch mal Zeit habe, habe ich keine Lust darauf zu schreiben, was ich hier mache, denn ich weiß ja davon und nachdem ich es einer anderen Person erzählt habe, wird es noch langweiliger für mich.
Also bitte nicht falsch verstehen: Das Leben hier ist unfassbar spannend, ich habe großen Spaß dran und freue mich sehr hier zu sein. Da man aber so vieles immer und immer wieder über das Leben hier erklären muss, ist es eben einfacher das nicht zu tun.
Warum schreibe ich aber jetzt, einfach aus dem Blauen heraus, einen Artikel? Zum einen habe ich wieder einen funktionierenden Laptop (bei meinem alten hatte ich die Stromschnittstelle kaputt gemacht) und ich schreiben tausend mal lieber am Computer als am Handy. Zum anderen muss ich Bewerbungen für Studentenwohnheime bis Mittwoch schreiben, und da ich dazu noch weniger Lust habe, schreibe ich jetzt hier, um euch endlich mal wieder was zu berichten! Ein anderer Grund ist, dass ich aktuell erkältet bin und daher Zeit habe...
Nun gut, jetzt hatte ich ja noch nicht so wirklich Inhalte, daher drei kleine Ereignisse aus Taizé.
1. Song Practice
Seit Beginn der Passionszeit habe ich eine weitere Verantwortung bekommen: Die Song Practice. Für alle, die das nicht kennen, hier eine kleine Beschreibung. Die Song Practice findet jeden Tag nach dem Mittagessen (14 Uhr) in der Kirche statt. Dort lernt man die Taizé-Lieder in den verschiedenen Stimmen zu singen, vor allem die, die in der jeweiligen Woche vorwiegend gesungen werden.
Und ich leite das inzwischen an! Etwas häufiger als jede zweite Woche stelle ich mich in die Kirche und bringe Leuten die Gesänge bei. Und das macht unfassbar viel Spaß! 2017 hatte ich im Badischen Chorverband eine Ausbildung zum Chormentor gemacht, seitdem aber nicht wieder einen Chor geleitet. Deshalb bin ich umso dankbarer, das jetzt hier machen zu dürfen.
Eine der größten Herausforderungen ist, dass man nicht weiß, wer kommt und was einen erwartet. Ich hatte schon eine Song Practice, in der nur 6 Alti waren, denen ich auf Deutsch, Englisch und meinem kaum vorhandenen Französisch erklären musste, wie sie singen sollen. Während in einer Woche überproportional viele Menschen in der Song Practice, von denen die allermeisten sehr gut singen konnten, wodurch alles deutlich leichter und lustiger wurde.
Außerdem scheine ich auch keinen allzu schlechten Job zu machen, da ich sehr viele positive Rückmeldungen bekomme. So wurde dieser Job schnell zu meinem Lieblingsjob in Taizé!
2. Familienbesuch
Letzte Woche war tatsächlich die Hälfte meiner Familie da: meine Mutter und zwei meiner Geschwister. Das hatte mich aus zwei Gründen sehr gefreut, zum einen natürlich, dass ich meine Familie wiedersehe, zum anderen, dass auch sie Taizé kennenlernen, da bisher nur mein Vater hier war. Auch wenn wir nicht so viel Zeit zusammen verbringen konnten, war es dennoch sehr schön, wir haben ein paar Mahlzeiten zusammen genossen und die drei sind alle sehr begeistert nach Hause gefahren.
3. Abschied nehmen
Irgendwann wird es für alle Zeit, Tschüss zu sagen. Da mir schon einige Abschiede anderer sehr schwer fielen, glaube ich nicht, dass ich mein Tschüss ohne Tränenbäche überstehe. Deshalb, und weil ich gerne noch länger bleiben würde und ich sogar gefragt wurde, ob ich länger bleiben könnte, habe ich beschlossen Bruder zu werden. Nein, Spaß. Das kommt vielleicht ein anderes Mal. Allerdings muss ich alle enttäuschen, denen ich erzählt habe, dass ich für exakt 50 Wochen und kein ganzes Jahr bleibe. Denn ich werde bis zum 15. August bleiben, also zwei Wochen länger als geplant.
Und was kommt danach? Zuerst werde ich meine Großeltern in Berlin besuchen, das Ticket ist sogar schon gebucht. Anfang September werde ich dann in Karlsruhe beim Treffen des ÖRK sein, um im Oktober dann Mathe in Heidelberg zu studieren.
Das war's dann wohl mit meinem kleinen Update. Ich hoffe, es kommen bald mehr davon, aber ihr kennt mich ja. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr mir die natürlich jederzeit stellen. Jetzt muss ich mich wohl an meine Bewerbungen setzen, sonst kann ich ab Oktober nicht in Heidelberg wohnen...
Daher jetzt: Liebe Grüße
Euer Janosch!