Textsammlung

Andacht: 1. Korinther 3, 6-11

19.07.2021

Lied: Vertraut den neuen Wegen


Gedanken zu 1. Korinther 3, 6-11


Ich habe mich in den letzten Wochen immer mal wieder gefragt, wieso mache ich diesen Freiwilligendienst überhaupt? Wieso mache ich mir den Aufwand und plane ein Jahr lang draußen zu arbeiten, Gartenarbeit, Klos putzen, Essen kochen und zwischendurch mal singen. Ihr habt euch das sicher auch mal gefragt und diese Zweifel sind berechtigt! Aber trotzdem hätten wir doch gerne eine Antwort darauf, denn ein Jahr ist schon lang und wenn wir jetzt schon mit einem Studium oder einer Ausbildung begännen, könnten wir schon früher Geld verdienen und damit werden ja alle Sorgen leichter.

Ich habe daher mal in die Bibel geschaut, mal zu meinem Konfirmationsspruch, weil da kenne ich immerhin die Bibelstelle. „Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ Ok. Jetzt könnte ich also abschließen und behaupten, dass Jesus der Grund ist, warum ich ein Jahr nach Taizé fahre. Das klingt immerhin auch irgendwie logisch, denn Taizé verbinde ich sofort mit Gott und damit auch mit Jesus.

Aber irgendwie zufrieden bin ich immer noch nicht. Schauen wir also mal, was Paulus noch so an die Korinther schreibt:
„6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. 7 So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. 8 Der aber pflanzt und der begießt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit. 9 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. 10 Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. 11 Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“

Jetzt wird doch schon so einiges klar!
Wir machen diesen Freiwilligendienst, dass Gott etwas hat, das gedeihen kann. Wir alleine werden nicht das Glück, das Wohl, die Liebe in die Welt heraustragen können. Aber wenn wir alle ein bisschen sähen und gießen, dann lässt Gott daraus etwas Großes entstehen, dass man ernten kann. Und Paulus sagt sogar noch, dass wir alle dafür Lohn empfangen werden. Vielleicht nicht in Form von Geld oder Ansehen, aber in Form von persönlichen Erfahrungen, in der Form von Glückseligkeit andere Menschen froh zu machen und für sie zu sorgen, in der Form von unvergesslichen Erinnerungen, die wir für immer in uns tragen werden!

Wir sind Mitarbeiter Gottes. Keine Diener, die schlecht leben, keine, die verprügelt werden, keine, die kein Essen haben. Nein. Wir sind Mitarbeiter, die alle zusammen dafür sorgen, dass Gottes Plan umgesetzt werden kann, dass es eine Ernte gibt, die sich zu ernten lohnt, Mitarbeiter, die reich belohnt werden.

Und noch etwas: Das ganze machen wir auf dem Fundament, dem Grund, das uns Paulus gelegt hat, nämlich Jesus Christus! Das heißt, dass wir nicht einmal scheitern können, wenn wir sähen oder die Saat gießen. Denn Jesus ist der Weg zu Gott, durch ihn und mit ihm dürfen wir Gottes große Liebe entdecken.

Also, wir machen den Freiwilligendienst nicht, weil Jesus einfach der Grund dafür ist, sondern weil wir Gott, unserem Herrn, dienen und auf Jesus bauen dürfen! Und dafür werden wir belohnt, nicht mit Geld, aber mit Erlebnissen, die uns verändern und im Gedächtnis bleiben werden.

Habe ich jetzt immer noch Fragen und Zweifel, ob dieser Freiwilligendienst die richtige Entscheidung war? Ja, sicher! Und das ist auch absolut legitim. Ein paar Worte aus der Bibel werden mich nicht plötzlich komplett verändern. Aber ich darf mir sicher sein, dass ich auf Gottes Grund baue und er bei mir sein wird. Darf es euch auch so gehen? Aber sicher! Ich möchte euch aber trotzdem mit auf den Weg geben, dass ihr Mitarbeiter Gottes seid, die nicht unbegleitet in den Freiwilligendienst gehen werden, denn ihr baut auf seinen Grund und er wird es gedeihen lassen. Und solltet ihr noch Zweifel haben, redet mit anderen Freiwilligen, mit Freund:innen, mit den Begleiter:innen, oder betet zu Gott, denn der wird immer auf eurem Weg dabei sein!

Lied: Lebensgrund


Gebet


Papa im Himmel, sei bei uns, die suchen; nach einem Sinn in unserem Handeln, dass wir das Leben wahrnehmen und nicht als kleine Zwischensequenz an uns vorbeiziehen lassen.
Sei bei uns, die zweifeln; wegen Menschen, die ignorant sind und uns nicht beachten oder verstehen wollen; wegen Erlebnissen, die uns im Innersten erschüttern.
Sei bei uns, die versuchen zu verstehen; was du mit uns vorhast; was andere Menschen von uns wollen; was wir im Leben erreichen wollen.
Sei bei uns, die Angst haben; dass Menschen sterben, die uns nahe stehen; dass Freundschaften zerbrechen, die uns wichtig sind; dass unsere Erwartungen nicht erfüllt werden.
Papa im Himmel, sei bei allen, die dich brauchen und suchen, empfange sie mit offenen Armen und hilf ihnen deine Liebe zu verstehen.

Segen


Geht hin im Segen des Herrn!
Der Herr segne euch und behüte euch.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und schenke euch seinen Frieden.

Lied: Gott segne dich


[Anmerkung: Zum Kontext: Diese Andacht habe ich im Rahmen des DJiA-Vorbereitungsseminars geschrieben.]