Textsammlung

Poetry Slam: Weiß

16.01.2022

weiß.
Die Welt ist weiß, doch du siehst es nicht.
Um dich herum die Welt so schön, doch Augen hast du nur für dich
und deine Probleme.
Dabei brauchst du dich doch nur mal umzuschauen,
die Schönheit der Welt anzusehen
und zu erkennen:
Es ist nicht alles schlecht, es gibt hier auch noch Gutes.
Doch deine Augen sagen nein.
Dein Schmerz so schrecklich groß und ja,
ja, ich weiß, dass er furchtbar ist.
Aber weißt du, was mir geholfen hat?
Mal rauszuschauen und das Weiß zu sehen!
Denn es ist
weiß.
Die Welt ist weiß, doch du siehst es nicht.
Und du sagst, dass du es auch nie mehr sehen willst,
dass du dich demnächst verpisst.
Und ich, ich habe Angst um dich.
Darum, dass du das mal tust,
es einfach nicht mehr neu versuchst.
Darum, dass du eben irgendwann
nicht mehr bist.
Doch ich kann nur sagen:
Schau doch da draußen, dieses weiß
kann uns're Lasten tragen.
Deine und meine.
Dann könnten wir das weiß genießen.
Doch bei dir gibt es nur
Schwarz.
Dein Kopf ist schwarz.
Deine Gedanken sind vollkommen schwarz.
Nur noch Böses, Schlechtes.
Kein weiß, nichts Rechtes,
kein gut, nichts Prächtiges,
kein Mut sondern nur noch schwarze Leere.
Und dabei sind deine Gedanken schon so lange schwarz-weiß,
aber wenn alles dunkel ist, siehst du eben nur noch schwarz.
Ich würde gerne deinen Kopf aufschneiden und das weiß hineinfüllen.
Denn die Welt ist weiß, doch dein Kopf ist schwarz.
Du siehst es nicht, willst es nicht sehen,
willst lieber von uns gehen.
Dabei brauchst du doch nur die Augen zu öffnen und das Weiß herein zu lassen.
Denn es ist
weiß.
Die Welt ist weiß, doch du siehst es nicht.
So ein Scheiß!
Aber weißt du, was mir geholfen hat?
Einfach glücklich sein, so blöd es klingt.
Zu hören, wie die Welt dich mit ihrem weiß besingt.
Zu sehen, was gut ist und nicht was schlecht.
Die Augen aufzumachen, weiß zu sehen.
Dann sind deine Gedanken zwar
vielleicht noch farblos,
doch nicht mehr ganz so trostlos,
Schwarz.
Dann gibt es vielleicht Graustufen,
das wäre doch einen Anfang wert.
Und dann wäre da ein bisschen
weiß.
Die Welt ist weiß und du würdest sehen.
Auch wenn du keinen Elefanten hast,
der dich auf seinen Rücken setzt.
Auch wenn das Sandkorn in deiner Hand dir sagt:
Die Welt ist kein Ort zum Leben.
Auch wenn alles gegen dich steht,
hast du noch mich.
Ich, der dir sagt: Schau hin.
Die Welt ist weiß.
weiß.
Die Welt ist weiß,
doch bald ist da rot.
Dein rot.
Dann hast du es geschafft,
hast Farbe in dein Leben gebracht,
hast dich umgebracht.
Und dann ist es zu spät.
Das weiß vergeht, doch das rot, das bleibt.
Denn ich habe dich geliebt,
wollte immer, dass du bleibst
und es siehst:
Weiß.
Die Welt ist weiß, doch du siehst es nicht.
Und du wirst es auch nie wieder sehen.
Doch ich bin hier.
Ohne dich.
Weiß.